Lehraufträge & Veröffentlichungen

 Lehraufträge

Radio-Features, Publikationen und Interviews

  • Interview zum Thema „Remix und Urheberrecht“ geführt von Philipp Bürkler für die Sendung „Kunst im Netz: Das fröhliche Brechen des Urheberrechts“ (Teil 1: „Wie alles begann“), SRF 2015, Autor/in: Philipp Bürkler, Ellinor Landmann, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Cornelia Kazis
  • Remixer #47 Martin Butz: “Ein sehr grundsätzliches kulturelles Konzept”; Interview auf rechtaufremix.org geführt von Georg Fischer
  • Pop will eat itself – Vom Musikmachen mit Musik. Remix, Plagiat und Copyright; Radiofeature von G. Martin Butz; Regie: Philippe Brühl; Redation: Klaus Pilger;
    Produktion: Deutschlandfunk 2014
  • Man kann nicht nicht zitieren – Ein Sammelsurium, Radiofeature von Fabian von Freier und G. Martin Butz; Regie: Fabian von Freier; Redaktion: Sabine Küchler; Produktion: Deutschlandfunk 2013
  • Artikel zu Web 2.0 u. Youser Art, in: Heil, Christine; Kolb, Gila; Meyer, Torsten (Hg.) (2012): shift, München: kopaed, S. 158f u. 162f..

Vorträge

Hörbar programmieren mit Sonic Pi

Vortrag auf re:publica 2016, 02.05.2016

Programmieren ist abstrakt, mathematisch und rational. Musik ist sinnlich, konkret und emotional. In Sonic Pi kommt beides zusammen. Hörbar programmieren und Programmiertes anhören. Sonic Pi liefert ein unmittelbares Feedback, weil wir den Code/Text, den wir schreiben direkt anhören können. Das macht Spass, gelingt schon 8-jährigen und ist ausbaufähgig – bis hin zu Live-Coding-Sessions, wo Sonic Pi zum Instrument wird und das Publikum zur Computermusik tanzt. Die Session führt auf unterhaltsame Weise in das Programm ein. Wer Laptop, Sonic Pi und Kopfhörer dabei hat, kann direkt mitmachen.

Pop Will Eat Itself

Vortrag auf re:publica 15, 07.05.2015

Immer schon wurde in der Musik abgekupfert, erinnert, zitiert oder einfach übernommen. Wenn aus vorhandener Musik neue Musik entsteht, wird das zuweilen ein Fall für die Gerichte. Die Motive jedoch, bereits existierende Musik als Rohmaterial für neue Kompositionen zu nutzen, sind so vielfältig wie die Ergebnisse. Is everything a remix? Der Vortrag untersucht diese These mit Beispielen.

Man kann nicht nicht zitieren

Vortrag auf dem StartCamp 2013, Köln, 13.09.2013

Vortrag über das Radiofeature „Man kann nicht nicht zitieren – Ein Sammelsurium“, Regie: Fabian von Freier, Deutschlandfunk 2013

Kreativität und Aneignung: Vom Eigensinn in einer kollonialisierten Welt

Vortrag auf der Transit 4: Kreativität und Eigentum, Augsburg, 22.10.2011

„Eigentum ist kein Ding und es ist auch keine Herrschaft über eine Sache, es ist vielmehr eine Beziehung zwischen Menschen bezüglich einer Sache“ (Sabine Nuss). Geistige Eigentumsrechte regulieren demnach die Beziehungen zwischen Menschen bezüglich kreativer Schöpfungen.

Wesentlicher Bestandteil von Kreativität ist die Fähigkeit vorgegebene Deutungsmuster und Gebrauchsanweisungen zu ignorieren, herauszufinden, worin der eigene Bedarf besteht und die Welt dementsprechend selbstbewusst (mit) zu gestalten. Oder anders: Kreativität beinhaltet immer eine Form der (Wieder-)Aneignung, die das Selbst behauptet.

Der Vortrag beleuchtet die Grauzone zwischen rechtlich erlaubtem Gebrauch und zuweilen rechtswidrigem aber emanzipatorisch-fortschrittlicher Aneignung  und sammelt dazu Beispiele aus Kunst und Alltag, erster und dritter Welt, analogen und digitalen Räumen.

Nachbearbeitung und Dokumentation hier im Blog: http://www.mkblog.org/?p=205
Homepage: http://transit4.orangerie.cc/

Plunderphonics. Copyright und Culture Jamming

Veranstaltung der art 2.0, 29.06.2011, V8 Galerie, Köln

1985 verwendet der kanadische Komponist John Oswald den Begriff „Plunderphonics“ in einem Aufsatz mit dem Titel: „Plunderphonics, or Audio Piracy as a Compositional Prerogative“. Oswald beschreibt mit dem Begriff ein kompositorisches Verfahren, welches im engeren Sinn als ‚Sampling‘ gedeutet werden kann. Doch geht die ‚Klangplünderei‘ weiter und zugleich tiefer: Der Fundus existierender Tonaufnahmen – einschließlich reiner Sprachaufnahmen – wird analysiert, zerlegt, temporal bearbeitet und wieder neu zusammengesetzt. Die neuen Werke bestehen zudem komplett aus Fremdmaterial. Es wird nicht verwundern, dass Oswald mit dem Copyright in Konflikt geriet.

Auch Negativland ist subversiv. Die amerikanische Rockband wurde insbesondere im Zuge der Veröffentlichung einer Single mit dem Namen “U2″ bekannt. Das Cover zierte eine Aufnahme des Bombers mit den bildfüllendend unterlegten Zeichen “U2″; klein darunter “Negativland”. Die Aufnahme verarbeitete u. a. den U2-Song “I Still Haven’t Found What I’m Looking For” in Form einer parodistischen Audio-Collage. Island Records setzte ein Verbot der Single durch, mit welcher in Plattenläden ganze Schaufenster tapeziert wurden, weil dort brennend die neue Scheibe der irischen Weltrockband erwartet wurde.

Der Vortrag vermittelt einen Einblick in das künstlerische Schaffen der Musiker und die Rezeption ihrer Werke.

Artikel zu John Oswald: http://www.mkblog.org/?p=123

Von Menschenfressern und Prosumenten. Ein Plädoyer für eigenartiges Lernen

Session auf dem EduCamp Bremen 2011

Lernen bedeutet Selbstermächtigung und Aneignung von Fremdem. Ausgehend von dieser Lesart des Begriffs möchte ich einen Bogen spannen vom brasilianischen Modernismo über den Gedanken der Aufklärung bis hin zu aktuellen Kulturtechniken im Zeichen unserer digitalisierten Lebenswelt. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Gedankengut der Aufklärung, der (erhoffte) Ausgang des Menschen aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit.

Interview zur Session: http://www.youtube.com/watch?v=Csnrl6CMUmo

Good Copy, Bad Copy. Vom kreativen Zweifel an immateriellen Eigentumsrechten

Vortrag auf der CologneCommons 2010

Literatur, Musik, bildende Kunst: Unter den veränderten Bedingungen des digitalen Zeitalters werden Urheber- und andere auf Immaterielles gerichtete Eigentumsrechte zu anzweifelbaren Konstruktionen. Der Beitrag versammelt Beispiele wirklicher und vermeintlicher Plagiatsfälle und beleuchtet die Ansprüche immaterieller Eigentümer aus unterschiedlichen Richtungen: Technisch. Historisch. Ideologisch. Ästhetisch.

Videoaufzeichnung: http://cologne-commons.de/konferenz/703-video-good-copy-bad-copy-vortrag-von-martin-butz

Antropofagia. Von Menschenfressern, Prosumenten und einer eigenartigen Kultur

Vortrag auf der Sigint10, Köln, 2010

Nach Hartmut Rosa läßt sich die alte kantische Frage der Ethik: Was sollen wir tun? bruchlos in eine andere überführen: Womit verbringen wir unsere Zeit? Je länger man lebt, desto entscheidender ist eine für den Einzelnen sinnstiftende Antwort auf diese Frage.

Der Vortrag versteht sich als Beitrag, der diese Frage und ihren Kontext aufnimmt und vorläufig zu beantworten versucht: Wie funktioniert in dieser Zeit authentisches und selbstbestimmtes Leben, Arbeiten und Lernen und welche Modelle dazu bietet unsere digitalisierten Welt?

Über das Konzept der ‚Antropofagia‘, einer emanzipatorischen Kulturtechnik ursprünglicher brasilianischer Herkunft werden Modelle der analogen und digitalen Aneignung, Neuzusammenstellung und Collage vorgestellt und auf ihr kreatives und aufklärerisches Potential hin befragt. Darunter befinden sich so unterschiedliche Konzepte und Praktiken wie Le Parkour, Open Source Software und Überwachung der Überwacher.

Zusammenfassung: http://events.ccc.de/sigint/2010/wiki/Fahrplan/events/3845.de.html
Videoaufzeichnung: http://media.ccc.de/browse/conferences/sigint10/sigint10_3845_de_antropofagia.html

Antropofagia. Ein Plädoyer für eigenartiges Lernen

Session auf dem art 2.0-BildungsCamp 2009

Wir lernen, indem wir uns die Welt aneignen, Fremdes zum Eigenen machen. Ausgehend von der Antropofagia, einem kulturkritischen Konzept der brasilianischen Moderne in der Kunst entwickelt der Vortrag die Idee eines selbstbestimmten und emanzipatorischen Lernansatzes.

Design durch Aneignung. Von Menschenfressern, Prosumenten und anderen Verbrauchern

Session auf dem DesignCamp Cologne 2010

Wir merken es vielleicht gar nicht, aber jeder ist ein Designer. Sprachwandel, Wegegestaltung, Mode – in vielen Bereichen wird der Verbraucher zum Produzenten, wenn er denn das nötige Selbstvertrauen aufbringt. Der Vortrag reflektiert unterschiedliche Strategien, wie wir mit und ohne Netz unsere Umwelt(-erfahrung) designen, für uns nutzbar machen und zurückerobern. Ganz im Sinne des alten, aufklärerischen Begriffs: Mündig werden.

Open Source Filme

Veranstaltung der art 2.0, 22.04.2011, Hansaring, Köln

Die freie Produktion von bewegten Bildern in professionellem Rahmen ist ein neues und vielschichtiges Phänomen. Der Vortrag zeigt Beispiele aus dem Netz und komentiert die Hintergründe.

Ankündigung und Kommentare im art 2.0-Blog: http://www.art-zweinull.de/?p=294

Jetzt mache ich’s mir selbst. Icon Design auf der Basis der Tango Icon Library

Session auf dem DesignCamp Cologne 2009

Kaum eine Webapplikation kommt ohne Icons aus. Die Frage, die sich zumeist stellt, lautet: „Make or buy?“ Nicht jeder ist der geborene Icon-Designer und bei gekauften Kollektionen von der Stange fehlt regelmäßig das eine oder andere Motiv. Auf Basis der frei verfügbaren Tango Icon Library lässt sich mit ein bisschen grafischem Gefühl eine qualitativ hochwertige und dennoch sehr individuelle Icon-Sammlung in Eigenregie erstellen.

Siehe dazu auch Artikel und Linkliste im Webstandards Magazin, Ausgabe 11 vom 06.09.2009:
http://www.webstandards-magazin.de/index.php/news/14/15