Was ist ein Gambiarra?

13. September 2012 - 20:52 Uhr

Gedanken zum 1. Pipi-Langstrumpf-Gesetz

Das 1. Pipi-Langstrumpf-Gesetzes lautet: „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Das ist gar nicht so einfach, denn die Welt, in der wir leben, haben wir zum großen Teil nicht selbst eingerichtet. Nun, da sie schon einmal da ist, geht es darum, sie nach unserem Bedarf zu gestalten. Das nennen wir Aneignung.

Bremen, Bleicherstraße: Ein Cambio-Parkplatz

Bremen, Bleicherstraße: Ein Cambio-Parkplatz

In meiner Nachbarschaft gibt es einen Cambio-Parkplatz. Davor ein Bürgersteig und eine wenig befahrene Wohnstraße. Neulich sehe ich zwei Jungs, die das niedrige breite Rollgitter geschlossen haben. Der eine stellt sich mit seinem Tennisschläger auf die Parkplatzseite, der andere auf die Straßenseite und schon hatte unsere Nachbarschaft einen Tennisplatz.

Bremen, Bleicherstraße: Unser Tennisplatz in der Nachbarschaft

Bremen, Bleicherstraße: Unser Tennisplatz in der Nachbarschaft

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Was ist Youser Art?

5. August 2012 - 17:02 Uhr

Youser Art – Kunstwerke oder -formen, die 1) im Zusammenhang mit modernen Medientechnologien (Computer, Internet) entstehen und 2) den Rezipienten am Kreationsprozess aktiv teilnehmen lassen.


Blinkenlights Berlin Documentation Video von Tim Pritlove on Vimeo. Das Video steht unter der Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany License

Ich habe eine Kurzfassung dieses Artikels als Glossarbeitrag für die Veröffentlichung Shift im Rahmen des Bundeskongress der Kunstpädagogik 2010-2012 verfasst. Damit der Langtext nicht verschimmelt, wird er an dieser Stelle an die frische Luft gesetzt:

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Aneignung durch Semiotik: Logo trifft Trakl

3. August 2012 - 19:18 Uhr
Neulich auf meinem Seziertisch sehe ich: Das ZEITmagazin entarnt tropfenweise Batman's Logo als Kippfigur. Ungekippt bezieht sich das Cover auf das Attentat von Aurora.

Neulich auf meinem Seziertisch sehe ich: Das ZEITmagazin entarnt tropfenweise Batman’s Logo als Kippfigur. Ungekippt bezieht sich das Cover auf das Attentat von Aurora.

Im Dunkel

Es schweigt die Seele den blauen Frühling.
Unter feuchtem Abendgezweig
Sank in Schauern die Stirne den Liebenden.

O das grünende Kreuz. In dunklem Gespräch
Erkannten sich Mann und Weib.
An kahler Mauer
Wandelt in seinen Gestirnen der Einsame.

Über die mondbeglänzten Wege des Walds
Sank die Wildnis
Vergessener Jagden; Blick der Bläue
Aus verfallenen Felsen bricht.

Georg Trakl, 1915

 

Anmerkung vom 20.08.2013: Auch das Buch-Cover für Lolita von Jamie Keenan spielt mit dem Vexierbild.

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Über François Jullien und das planlose Leben

13. Juni 2012 - 13:33 Uhr
Screenshot aus "Work Hard, Play Hard" von Carmen Losmann, (c) hupefilm, http://www.workhardplayhard-film.de

Screenshot aus „Work Hard Play Hard“ von Carmen Losmann, (c) hupefilm, http://www.workhardplayhard-film.de

Da die Fische, untereinander, in die Tiefe des Wassers streben,
genügt es, einen See zu durchqueren, und die Nahrung ist ausreichend;
da die Menschen, untereinander, in die Tiefe des tao streben,
genügt es, sich nicht zu bemühen und das Leben bestimmt.
(Konfuzius nach Jullien 2006:144)

Im Aikido spricht man davon jemanden zu bewegen. Der Gegner, oder besser der Trainingsparter greift an, seine Bewegung wird aufgenommen und mit der eigenen vereint. Was hier geschieht – wenn es denn gelingt – kann ich nur mit einer paradoxen Konstruktion umschreiben: Man lässt den Gegner gewähren, um ihn im eigenen Sinne zu steuern. Man folgt und führt zugleich. Mit viel Übung und im günstigen Augenblick ist dies keine esoterische Weisheit mehr, sondern eine konkrete, physische Erfahrung auf der Dojo-Matte. Weiterlesen »

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Republica 2012 – Tag 3: Mein Blick in den Rückspiegel

8. Juni 2012 - 21:30 Uhr

Mashup-Logo von Mario Amaya, CC BY-NC-SA 2.0

Jetzt ist alles schon so lange her, soviel zwischendurch passiert, aber ich möchte meinen Rückblick zur Republica 2012 noch zu Ende bringen. Also: Tag 3.

Ich habe ein neues Wort gelernt: Geflauscht. Ich glaube, alle außer mir wußten schon, das ist das neue In-Wort für „nett und kuschelig“ mit anderen Menschen umgehen, das Gegenteil von „kritisch“, „missbilligend“ und „zurückweisend“. Da geht es mir wie Kathrin Passig, die auch nicht immer weiss, was in der Sprache state of the art ist. Sie fragte ihren 12-jährigen Cousin (soweit ich mich erinnere) um Rat, welche Begriffe einer Auswahl man denn so als Jugendlicher noch als frisch empfindet, und welche bereits seit Jahren verottet sind. Das ist ja das Kapital von Leuten, die mit der Sprache umgehen: zu wissen, welche Worte und Formulierungen wie frisches Obst den Käufer finden, und welche verschmäht und abgelehnt werden, weil sie schon verfault sind. Weiterlesen »

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Republica 2012 – Tag 2: Mein Blick in den Rückspiegel

18. Mai 2012 - 23:15 Uhr
Spiegel weiss nichts von Sascha

Wie entäuschend. Ich hatte den Vortrag von Sascha verpasst. Auch der Spiegel konnte mir am Abend des 2. Tages nicht helfen. Hatte ich mich vertippt?

Hier nun mein zweiter Tag im Rückblick.

Sascha Lobo, Jan Möller, Martina Pickhardt, Falk Lüke: Der digitale Dorfplatz: Privat oder öffentlich? (Diskussion)

Sind Facebook und Twitter öffentliche Orte? Müssen soziale Plattformen als Teil einer quasi-öffenlichen Kommunikationsinfrastruktur verstaatlicht werden, um Zugang und Meinungsfreiheit zu sichern? Oder wäre es kontraproduktiv, wenn der Staat hier mehr als regulatorisch eingriffe? Reicht es aus, wenn sich die Anbieter sozialer Netzwerke auf einen freiwilligen Codex und Standards einigten, die beispielsweise den Wechsel der Plattform erlaubt (Stichwort: Data Portability)? Weiterlesen »

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Republica 2012 – Tag 1: Mein Blick in den Rückspiegel

7. Mai 2012 - 14:13 Uhr
re:publica 2012

re:publica 2012

Drei Tage auf der Republica, an denen ich wenig gesprochen und viel zugehört habe. Ich fasse zusammen, was bei mir hängengeblieben ist. Da die Postings doch etwas umfangreicher als zunächst gedacht, teile ich das ganze drei Teile auf. Hier nun der erste Tag im Rückblick.

Die Rahmenbedingungen waren gut. Eine vielseitige und gottseidank leicht unfertige, improvisierte Örtlichkeit in der Station Berlin – ein alter Postbahnhof; weitläufig und großzügig, ich und wie es scheint auch alle anderen hatten genug Platz, man fand immer einen Stuhl, selbst in den Sessions, die gut besucht waren. Das nicht funktionierende Wlan wurde schon von allen beklagt, deshalb  belasse ich es bei der Erwähnung. Hat auch sein gutes für solche Leute wie mich, deren Netbook mehr Book und weniger Net war, und der auch kein Smartphone sein eigen nennt. Ich war weniger abgelenkt. Am ersten Tag vor mir am Kaffeestand hatte jemand die Paper-Tabloid-Ausgabe der TAZ mit einem Artikel über die Rebublika; so anachronistisch der Artikel (es war ja noch gar nichts passiert), so anachronistisch (in der anderen Richtung) das Papier, wo doch jeder zweite mit einem iPad recherchierte oder fotografierte. Der Rest telefonierte smart.

Eine weitere Äußerlichkeit: Sehr angenehm, dass man nicht die üblichen Konferenzpreise für Kaffee und Kuchen nahm. Ein Expresso für 1,50 Euro – dagegen kann man nichts sagen.

Von meiner Seite jedenfalls ein dickes Dankeschön für die gute Organisation und die allseits gepflegte Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit. Die Wlan-Hilfe (wie rührend!) konnte zwar nicht helfen aber ich nahm den guten Willen für die Tat gerne an.

Aber nun zu den Inhalten. Dies in Form kurzer Notizen, die wenig repräsentativ sind, jedoch zeigen, was meinem persönlichen kleinen Psychosystem wichtig erschien, und was als Erweiterung, Bestätigung oder Korrektur meines persönlichen Ideenkosmos‘ anschlussfähig war und ist: Weiterlesen »

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Post-Privacy – Plädoyer für eine bessere Gesellschaft? (1)

26. Januar 2012 - 14:39 Uhr
Post-Privacy auf dem Klo? (Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication)

Nach der Privatheit auf der Toilette (Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication)

Am 20.01.2012 war ich bei Jürgen Geuters Vortrag „Wie wir den Kampf um Privatspäre verloren – und trotzdem glücklich werden„, den der CCC Bremen organisiert hatte. Jürgen Geuter, alias tante, gehört zur sogenannten datenschutzkritischen Spackeria, Anänger der Post-Privacy-Bewegung.
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Rückblick: ArtEduCamp 2011 in Köln

5. Dezember 2011 - 12:56 Uhr
ArtEduCamp an der Kölner Uni am 3.12.2011

Einladungskarte des ArtEduCamp an der Kölner Uni am 3.12.2011

Am Samstag den 3.12.2011 hatte ich das Vegnügen am ArtEduCamp der humanwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Köln teilzunehmen. Das Barcamp wurde im Rahmen des Bundeskongresses der Kunstpädagogik 2010-2012  auf die Initiative von Prof. Dr. Torsten Meyer ausgerichtet.

Ein großes Lob geht – das versteht sich fast schon von selbst – an die Organisation. Auch wenn man als Teilnehmer nicht immer sieht, wieviel Arbeit da drin steckt, so weiss ich es doch aus eigener Erfahrung. Die Örtlichkeiten waren meiner Meinung nach für ein BarCamp nicht gerade ideal, die Räume lagen verteilt über zwei Stockwerke und recht weit auseinander; zudem gab gefühlt nicht wirklich eine zentrale Anlaufstelle, die mit Atmosphäre und Lage den Austausch der Teilnehmer optimal hätte unterstützten können. Aber das kann man sich nicht immer aussuchen, und es ist gut, das überhaupt Räume für solche Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Ich möchte einige Notizen zu den Sessions aufschreiben; leider waren es nur zweie (abgesehen von meinem eigenen  Beitrag), da ich schon am Nachmittag den Heimweg nach Bremen antreten musste. Weiterlesen »

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Zwei Rechner: Daten verloren, Dokumente fehlen?

1. Dezember 2011 - 12:14 Uhr

Synchronisation und lokale Versionsverwaltung für Arbeitsplatzrecher und Netbook mit Unison und Git

Monde Tux

Monde Tux by GeekRemi under CC BY-NC-ND 3.0

Auch der Einsatz von Open Source-Software gehört für mich zum Thema Aneignung und Selbstermächtigung. Deshalb wird es hier ab und an praktische Anleitungen oder theoretische Überlegungen zu diesem Themenkreis geben.

Nach der Anschaffung eines Netbooks trat das folgende bekannte Problem auf: Wie bewerkstellige ich einen sicheren aber möglichst einfachen Datenabgleich zwischen Arbeitsplatzrechner und Netbook? Weiterlesen »

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