Kategorie: Philosophie


Ein Duchamp oder „hasard en conserve“

1. April 2013 - 13:19 Uhr
Pissoir - Bremen, Ostertorsteinweg, Bäckerei Schäfer's

Pissoir – Bremen, Ostertorsteinweg, Bäckerei Schäfer’s

Im Jahre 1913 ließ ein Mann mit dem Namen Marcel Duchamps drei exakt ein Meter lange Fäden aus exakt einem Meter Höhe auf eine Fläche fallen. Das Ergebnis war eine Revolution, eine Metrik für den Zufall: jeder Faden repräsentiert „einen Duchamps“. Seitdem ist es möglich, die so unbestimmte und uns Menschen seit jeher bedrängende und beglückende Welt des Zufalls zu vermessen; seitdem ist wissenschaftlich belegt, dass es für jedes Ereignis ein Gesetz gibt, dem genau ein Fall zugeordnet werden kann. Weiterlesen »

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Was ist ein Gambiarra?

13. September 2012 - 20:52 Uhr

Gedanken zum 1. Pipi-Langstrumpf-Gesetz

Das 1. Pipi-Langstrumpf-Gesetzes lautet: „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Das ist gar nicht so einfach, denn die Welt, in der wir leben, haben wir zum großen Teil nicht selbst eingerichtet. Nun, da sie schon einmal da ist, geht es darum, sie nach unserem Bedarf zu gestalten. Das nennen wir Aneignung.

Bremen, Bleicherstraße: Ein Cambio-Parkplatz

Bremen, Bleicherstraße: Ein Cambio-Parkplatz

In meiner Nachbarschaft gibt es einen Cambio-Parkplatz. Davor ein Bürgersteig und eine wenig befahrene Wohnstraße. Neulich sehe ich zwei Jungs, die das niedrige breite Rollgitter geschlossen haben. Der eine stellt sich mit seinem Tennisschläger auf die Parkplatzseite, der andere auf die Straßenseite und schon hatte unsere Nachbarschaft einen Tennisplatz.

Bremen, Bleicherstraße: Unser Tennisplatz in der Nachbarschaft

Bremen, Bleicherstraße: Unser Tennisplatz in der Nachbarschaft

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Über François Jullien und das planlose Leben

13. Juni 2012 - 13:33 Uhr
Screenshot aus "Work Hard, Play Hard" von Carmen Losmann, (c) hupefilm, http://www.workhardplayhard-film.de

Screenshot aus „Work Hard Play Hard“ von Carmen Losmann, (c) hupefilm, http://www.workhardplayhard-film.de

Da die Fische, untereinander, in die Tiefe des Wassers streben,
genügt es, einen See zu durchqueren, und die Nahrung ist ausreichend;
da die Menschen, untereinander, in die Tiefe des tao streben,
genügt es, sich nicht zu bemühen und das Leben bestimmt.
(Konfuzius nach Jullien 2006:144)

Im Aikido spricht man davon jemanden zu bewegen. Der Gegner, oder besser der Trainingsparter greift an, seine Bewegung wird aufgenommen und mit der eigenen vereint. Was hier geschieht – wenn es denn gelingt – kann ich nur mit einer paradoxen Konstruktion umschreiben: Man lässt den Gegner gewähren, um ihn im eigenen Sinne zu steuern. Man folgt und führt zugleich. Mit viel Übung und im günstigen Augenblick ist dies keine esoterische Weisheit mehr, sondern eine konkrete, physische Erfahrung auf der Dojo-Matte. Weiterlesen »

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