4. Januar 2013 - 15:37 Uhr

Streichholzfiguren
Marginalie: Zum neuen Jahr fand ich in den Tiefen meines digitalen Gedächtnisses einige – sicherlich literarisch gedachte – Texte. Ich bin mir nicht sicher, wer sie geschrieben hat, finde sie aber lesenswürdig, auch wenn ich nicht jeden Satz darin begreife. Einige dieser Texte sind traurig, um nicht zu sagen depressiv; dazu passt das Motto: Gestorben wird immer (habe ich mir über Weihnachten angesehen). Das ist aber nicht so schlimm. Sie sind überdies so alt, dass man das “dass” noch mit “ß” schrieb. Falls jemand ausser mir die Autorenschaft beansprucht, möge er mich vor einer Urheberrechtsklage bitte kontaktieren. Weiterlesen »
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3. August 2012 - 19:18 Uhr

Neulich auf meinem Seziertisch sehe ich: Das ZEITmagazin entarnt tropfenweise Batman's Logo als Kippfigur. Ungekippt bezieht sich das Cover auf das Attentat von Aurora.
Im Dunkel
Es schweigt die Seele den blauen Frühling.
Unter feuchtem Abendgezweig
Sank in Schauern die Stirne den Liebenden.
O das grünende Kreuz. In dunklem Gespräch
Erkannten sich Mann und Weib.
An kahler Mauer
Wandelt in seinen Gestirnen der Einsame.
Über die mondbeglänzten Wege des Walds
Sank die Wildnis
Vergessener Jagden; Blick der Bläue
Aus verfallenen Felsen bricht.
Georg Trakl, 1915
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13. Juni 2012 - 13:33 Uhr

Screenshot aus "Work Hard Play Hard" von Carmen Losmann, (c) hupefilm, http://www.workhardplayhard-film.de
Da die Fische, untereinander, in die Tiefe des Wassers streben,
genügt es, einen See zu durchqueren, und die Nahrung ist ausreichend;
da die Menschen, untereinander, in die Tiefe des tao streben,
genügt es, sich nicht zu bemühen und das Leben bestimmt.
(Konfuzius nach Jullien 2006:144)
Im Aikido spricht man davon jemanden zu bewegen. Der Gegner, oder besser der Trainingsparter greift an, seine Bewegung wird aufgenommen und mit der eigenen vereint. Was hier geschieht – wenn es denn gelingt – kann ich nur mit einer paradoxen Konstruktion umschreiben: Man lässt den Gegner gewähren, um ihn im eigenen Sinne zu steuern. Man folgt und führt zugleich. Mit viel Übung und im günstigen Augenblick ist dies keine esoterische Weisheit mehr, sondern eine konkrete, physische Erfahrung auf der Dojo-Matte. Weiterlesen »
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