Kategorie: Kunst


Sketchnotes als Vortragshilfe

16. Juni 2015 - 19:10 Uhr

Bei Vorträge versuche ich gar nicht mehr, wichtige Eckpunkte dessen, was ich sagen möchte, in Form von reinem Text, Stichpunkten oder ähnlichem aufzuzeichnen. Meine Erfahrung ist, dass das Lesen – besser das Entziffern – viel zu lange dauert. Was ich nicht im Kopf habe, nützt mir in reiner Schriftform auch nichts. Was jedoch helfen kann, das sind Sketchnotes. Wenn ich mir bei der Herstellung Mühe gegeben habe, dann enthalten sie gelungene Metaphern, die nicht nur einzelne Informationen kodieren, sondern Geschichten, Zusammenhänge und ganze Bündel von Fakten.

Wenn sie für mich hilfreich sind, so kann das gleichzeitig bedeuten, dass jemand anderes daraus kaum schlau wird. Ich aber sehe mir trotzdem gerne Sketchnotes von anderen an. Hier meine ‚Vortragsnotizen‘ zu „Pop will eat itself“ auf der re:publica 15: Weiterlesen »

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Pop will eat itself: Hintergründe und Quellen

21. November 2014 - 08:34 Uhr

Update: Weitere Wiederholung am 06.11.2016 im RBB.
Update: Wiederholung: 27. und 28.02.2016 im WDR; das Feature steht dort auch zum Download zur Verfügung (Stand: 07.11.2016).

Am 16. November 2014 lief mein Radiofeature „Pop will eat itself – Vom Musikmachen mit Musik: Remix, Plagiat und Copyright“. Wie wohl bei allen Radiofeatures übersteigt die Menge des Materials und die der aufgenommenen O-Töne bei weitem die Sendezeit. Deshalb stelle ich hier eine willkürliche Auswahl an Hintergrundinformationen und Quellen zusammen, die im Feature selbst keinen Platz finden konnten oder nur angedeutet wurden. Viele Hinweise beziehen sich umittelbar auf das Feature. Bei weitergehendem Interesse ist mein Manuskript zum Download verfügbar. Die nachfolgende Ordnung orientiert sich ungefähr am Ablauf des Feature – sozusagen in der ‚Reihenfolge des Auftritts‘: Weiterlesen »

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Wie man ein Radiofeature macht

4. November 2014 - 15:45 Uhr
Gemütliches Radio von WEGA aus der Vorzeit

Gemütliches Radio von WEGA aus der Vorzeit (Quelle: pixabay.com, CC0 Public Domain)

Update: Am Wochende des 27. und 28.02.16 wird das Feature vom WDR wiederholt und steht auch einige Zeit danach als Download zur Verfügung.

Am 16. November lief um 20:05 Uhr „Pop will eat itself – Vom Musikmachen mit Musik“ im Deutschlandfunk. Es ist mein erstes allein verantwortetes Radiofeature. Der Titel dieses Blogbeitrags ist natürlich übertrieben. Aber ich nehme die Sendung zum Anlass aufzuschreiben, was ich gelernt habe.

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Programmieren ist das neue Latein (oder: Musikmachen mit Clojure & Overtone)

17. Februar 2014 - 08:45 Uhr
Babbage_Difference_Engine_(Being_utilised)

Let the computing begin! (Foto von Jitze Couperus, Los Altos Hills, California, USA, 21.01.2010, CC Attribution 2.0 Generic

Ich wollte schon lange einmal das Programmieren lernen. Doch es gibt Gründe, die dagegen sprechen:

  • Mathematik habe ich noch nie richtig gekonnt.
  • Das ist so kompliziert. Ich verstehe das alles nicht.
  • Warum soviel Zeit investieren? Ich will doch nicht wirklich Programmierer werden.

Die Jesuiten, die sich meisterhaft auf das Publikum verstanden, haben bei ihren Aufführungen kaum ein aussschließlich lateinkundiges Auditorium gehabt. Sie durften der alten Wahrheit sich überzeugt halten, daß die Autorität einer Äußerung sowenig von ihrer Faßlichkeit abhängt, daß sie durch Dunkelheit vielmehr gesteigert werden kann. 1

Wer heutzutage nicht programmieren kann, der steht wahrscheinlich ähnlich unwissend da, wie der vormals Lateinunkundige; so jedenfalls legt es die Formulierung nahe, Programmieren sei das neue Latein. Über lange Zeit wurde Latein dazu verwendet, Wissen, Macht und Einfluss zu kodieren und weiterzutragen. Wer Latein konnte, der konnte Bücher lesen, der konnte am Kulturleben der gehobenen Klassen teilhaben: er oder sie verstand den Code, mit dem Bildung zugänglich war. Latein war die Amtssprache des römischen Reichs und die Sprache der Bildung bis in die Neuzeit hinein. Bis ins 19. Jahrhundert wurden Vorlesungen an europäischen Universitäten in Latein gehalten 2, und wenn ich mich recht erinnere, hätte auch ich meine Magisterarbeit an der Kölner Uni 1994 in Latein einreichen können. Vermutlich würde ich heute noch schreiben. Gut, dass ich kaum Latein konnte.

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Was braucht der Mensch? Seminar im SS 2013 an der HFK Bremen

16. August 2013 - 17:22 Uhr
Die Bahn weiß, was wir (nicht) brauchen!

Die Bahn weiß, was wir (nicht) brauchen!

Im Sommersemester 2013 konnte ich an der Hochschule für Künste in Zusammenarbeit mit Professor Alexander Sahoo das Seminar Was braucht der Mensch? innerhalb des Studiengangs Integriertes Design realisieren. Das Seminar bestand aus einem praktischen und einem theoretischen Teil; für letzteren zeichnete ich verantwortlich.

Die Frage „Was braucht der Mensch?“ ist so interessant und wichtig wie auch allgemein. Man könnte sie einem Biologen, einem Soziologen und einem Betriebswirtschaftler genauso stellen wie einem Designer.

Meine Grundüberlegung bei der Vorbereitung des Seminars bestand darin zu fragen, inwiefern die uns umgebende Welt mit all ihren produzierten Gegenständen und vorgedachten Bedeutungen unseren Bedürfnissen entspricht, und auf welche Weise wir versuchen, das Vorgefundene an unsere Belange anzupassen und uns anzueignen.

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Im Radio: Man kann nicht nicht zitieren – Ein Sammelsurium

5. Juli 2013 - 09:10 Uhr

Update: Leider kann man das Feature nicht mehr online hören. Die Aufzeichung meines Vortrags zur Produktion auf dem StARTcamp 2013 steht noch zur Verfügung. Thomas von Nerdhub verfasste während des Vortrags dazu live einen Blogbeitrag.

von Martin Butz und Fabian von Freier
Sendetermin: 13.09.2013, 20:10 Uhr, Deutschlandfunk

Zitate am Boden - Hier muss aufgeräumt werden.

Zitate am Boden – Hier muss aufgeräumt werden.

Im Grunde sind alle Ideen aus zweiter Hand; bewusst oder unbewusst speisen sie sich aus Millionen äußerer Quellen; und wer sie gespeichert hat, benützt diese Ideen täglich mit dem zufriedenen Stolz dessen, der in dem Aberglauben lebt, er habe sie selber hervorgebracht. 1

Man kann nicht nicht zitieren ist ein Radio-Mashup, ein Sammelsurium – fast vollständig – zusammengesetzt aus Zitaten. Mit diesen Zitaten führen verschiedene Vertreter unserer Gesellschaft Gespräche über Gott und die Welt, die Moral, das Geld, die Wirtschaft, das Konsumieren und Koten – und das Zitieren selbst.

Am Anfang – vor ungefähr 2 Jahren – stand für die beiden Autoren der Gedanke, dass wir uns die Welt aneignen, indem wir zunächst und immer wieder nachahmen, zitieren, Fremdes verschlucken und in einer Art Verdauungsvorgang das Aufgenomme verarbeiten, um schließlich Eigenes wieder hervorzubringen.

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Ein Duchamp oder „hasard en conserve“

1. April 2013 - 13:19 Uhr
Pissoir - Bremen, Ostertorsteinweg, Bäckerei Schäfer's

Pissoir – Bremen, Ostertorsteinweg, Bäckerei Schäfer’s

Im Jahre 1913 ließ ein Mann mit dem Namen Marcel Duchamps drei exakt ein Meter lange Fäden aus exakt einem Meter Höhe auf eine Fläche fallen. Das Ergebnis war eine Revolution, eine Metrik für den Zufall: jeder Faden repräsentiert „einen Duchamps“. Seitdem ist es möglich, die so unbestimmte und uns Menschen seit jeher bedrängende und beglückende Welt des Zufalls zu vermessen; seitdem ist wissenschaftlich belegt, dass es für jedes Ereignis ein Gesetz gibt, dem genau ein Fall zugeordnet werden kann. Weiterlesen »

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Was ist Youser Art?

5. August 2012 - 17:02 Uhr

Youser Art – Kunstwerke oder -formen, die 1) im Zusammenhang mit modernen Medientechnologien (Computer, Internet) entstehen und 2) den Rezipienten am Kreationsprozess aktiv teilnehmen lassen.


Blinkenlights Berlin Documentation Video von Tim Pritlove on Vimeo. Das Video steht unter der Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany License

Ich habe eine Kurzfassung dieses Artikels als Glossarbeitrag für die Veröffentlichung Shift im Rahmen des Bundeskongress der Kunstpädagogik 2010-2012 verfasst. Damit der Langtext nicht verschimmelt, wird er an dieser Stelle an die frische Luft gesetzt:

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Rückblick: ArtEduCamp 2011 in Köln

5. Dezember 2011 - 12:56 Uhr
ArtEduCamp an der Kölner Uni am 3.12.2011

Einladungskarte des ArtEduCamp an der Kölner Uni am 3.12.2011

Am Samstag den 3.12.2011 hatte ich das Vegnügen am ArtEduCamp der humanwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Köln teilzunehmen. Das Barcamp wurde im Rahmen des Bundeskongresses der Kunstpädagogik 2010-2012  auf die Initiative von Prof. Dr. Torsten Meyer ausgerichtet.

Ein großes Lob geht – das versteht sich fast schon von selbst – an die Organisation. Auch wenn man als Teilnehmer nicht immer sieht, wieviel Arbeit da drin steckt, so weiss ich es doch aus eigener Erfahrung. Die Örtlichkeiten waren meiner Meinung nach für ein BarCamp nicht gerade ideal, die Räume lagen verteilt über zwei Stockwerke und recht weit auseinander; zudem gab gefühlt nicht wirklich eine zentrale Anlaufstelle, die mit Atmosphäre und Lage den Austausch der Teilnehmer optimal hätte unterstützten können. Aber das kann man sich nicht immer aussuchen, und es ist gut, das überhaupt Räume für solche Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Ich möchte einige Notizen zu den Sessions aufschreiben; leider waren es nur zweie (abgesehen von meinem eigenen  Beitrag), da ich schon am Nachmittag den Heimweg nach Bremen antreten musste. Weiterlesen »

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Kreativität und Aneignung

23. November 2011 - 13:29 Uhr

Rückblick Transit 4

Ehemalige Schleichwege auf den Uniwiesen in Köln, http://maps.google.com/maps?q=universit%C3%A4t+k%C3%B6ln&hl=de&ie=UTF8&ll=50.930295,6.929047&spn= 0.001207,0.002229&sll=41.549196,-72.427301&sspn=2.935169,4.564819&vpsrc=6&hq=universit%C3%A4t+k%C3%B6ln&t=h&z=19, abgerufen am 25.10.2011

Der Trampelpfad als Metapher für die Aneignung

Am 22.10.2011 hatte ich die Möglichkeit auf dem Symposium Transit4 im Fachbereich „Design“ der Fachhochschule Augsburg einen Vortrag mit dem Titel „Kreativität und Aneignung – Vom Eigensinn in einer kolonialisierten Welt“ zu halten.

Der Vortrag leitet ein mit dem Konzept des symbolischen Kannibalismus als Form einer emanzipatorischen Kulturkritik, wie sie vom brasilianischen Modernismus im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts formuliert wurde. Ursprünglich zur Gegenwehr gegen den Kolonialismus entstanden, möchte ich diese Idee zur Beschreibung einer emanzipierten Konsumentenkultur fruchtbar machen.

Der zweite Teil des Vortrags beschreibt die Art und das Ausmaß der Aneignungstendenzen, denen wir [1] ausgesetzt sind: Im Rückgriff auf Naomi Klein und Michel Serres habe ich skizziert, wie sich eine durchkommerzialisierte Kultur persönliche und gesellschaftliche Freiräume des Denkens und Handelns aneignet.

Der dritte Teil schließlich versammelt Beispiele, die belegen sollen, wie vielseitig und inspirierend, direkt und implizit gegen die herrschenden Verhältnisse protestiert wird und werden kann [2]. Oder etwas vorsichtiger ausgedrückt: Wie sich eine alternative Kultur Raum schafft, und damit Modelle liefert, wie ein Leben jenseits eines vornehmlich kommerziellen Verwertungszusammenhangs aussehen kann.

Im folgenden führe ich grundlegende Gedanken des Vortags aus. Im Anschluss folgen Anmerkungen zu einigen Folien, die – soweit Bildrechte vorhanden sind – zum Download zur Verfügung stehen.

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