Kategorie: Konsum


Was braucht der Mensch? Seminar im SS 2013 an der HFK Bremen

16. August 2013 - 17:22 Uhr
Die Bahn weiß, was wir (nicht) brauchen!

Die Bahn weiß, was wir (nicht) brauchen!

Im Sommersemester 2013 konnte ich an der Hochschule für Künste in Zusammenarbeit mit Professor Alexander Sahoo das Seminar Was braucht der Mensch? innerhalb des Studiengangs Integriertes Design realisieren. Das Seminar bestand aus einem praktischen und einem theoretischen Teil; für letzteren zeichnete ich verantwortlich.

Die Frage „Was braucht der Mensch?“ ist so interessant und wichtig wie auch allgemein. Man könnte sie einem Biologen, einem Soziologen und einem Betriebswirtschaftler genauso stellen wie einem Designer.

Meine Grundüberlegung bei der Vorbereitung des Seminars bestand darin zu fragen, inwiefern die uns umgebende Welt mit all ihren produzierten Gegenständen und vorgedachten Bedeutungen unseren Bedürfnissen entspricht, und auf welche Weise wir versuchen, das Vorgefundene an unsere Belange anzupassen und uns anzueignen.

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Im Radio: Man kann nicht nicht zitieren – Ein Sammelsurium

5. Juli 2013 - 09:10 Uhr

Update: Leider kann man das Feature nicht mehr online hören. Die Aufzeichung meines Vortrags zur Produktion auf dem StARTcamp 2013 steht noch zur Verfügung. Thomas von Nerdhub verfasste während des Vortrags dazu live einen Blogbeitrag.

von Martin Butz und Fabian von Freier
Sendetermin: 13.09.2013, 20:10 Uhr, Deutschlandfunk

Zitate am Boden - Hier muss aufgeräumt werden.

Zitate am Boden – Hier muss aufgeräumt werden.

Im Grunde sind alle Ideen aus zweiter Hand; bewusst oder unbewusst speisen sie sich aus Millionen äußerer Quellen; und wer sie gespeichert hat, benützt diese Ideen täglich mit dem zufriedenen Stolz dessen, der in dem Aberglauben lebt, er habe sie selber hervorgebracht. 1

Man kann nicht nicht zitieren ist ein Radio-Mashup, ein Sammelsurium – fast vollständig – zusammengesetzt aus Zitaten. Mit diesen Zitaten führen verschiedene Vertreter unserer Gesellschaft Gespräche über Gott und die Welt, die Moral, das Geld, die Wirtschaft, das Konsumieren und Koten – und das Zitieren selbst.

Am Anfang – vor ungefähr 2 Jahren – stand für die beiden Autoren der Gedanke, dass wir uns die Welt aneignen, indem wir zunächst und immer wieder nachahmen, zitieren, Fremdes verschlucken und in einer Art Verdauungsvorgang das Aufgenomme verarbeiten, um schließlich Eigenes wieder hervorzubringen.

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Ein Duchamp oder „hasard en conserve“

1. April 2013 - 13:19 Uhr
Pissoir - Bremen, Ostertorsteinweg, Bäckerei Schäfer's

Pissoir – Bremen, Ostertorsteinweg, Bäckerei Schäfer’s

Im Jahre 1913 ließ ein Mann mit dem Namen Marcel Duchamps drei exakt ein Meter lange Fäden aus exakt einem Meter Höhe auf eine Fläche fallen. Das Ergebnis war eine Revolution, eine Metrik für den Zufall: jeder Faden repräsentiert „einen Duchamps“. Seitdem ist es möglich, die so unbestimmte und uns Menschen seit jeher bedrängende und beglückende Welt des Zufalls zu vermessen; seitdem ist wissenschaftlich belegt, dass es für jedes Ereignis ein Gesetz gibt, dem genau ein Fall zugeordnet werden kann. Weiterlesen »

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Was ist ein Gambiarra?

13. September 2012 - 20:52 Uhr

Gedanken zum 1. Pipi-Langstrumpf-Gesetz

Das 1. Pipi-Langstrumpf-Gesetzes lautet: „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Das ist gar nicht so einfach, denn die Welt, in der wir leben, haben wir zum großen Teil nicht selbst eingerichtet. Nun, da sie schon einmal da ist, geht es darum, sie nach unserem Bedarf zu gestalten. Das nennen wir Aneignung.

Bremen, Bleicherstraße: Ein Cambio-Parkplatz

Bremen, Bleicherstraße: Ein Cambio-Parkplatz

In meiner Nachbarschaft gibt es einen Cambio-Parkplatz. Davor ein Bürgersteig und eine wenig befahrene Wohnstraße. Neulich sehe ich zwei Jungs, die das niedrige breite Rollgitter geschlossen haben. Der eine stellt sich mit seinem Tennisschläger auf die Parkplatzseite, der andere auf die Straßenseite und schon hatte unsere Nachbarschaft einen Tennisplatz.

Bremen, Bleicherstraße: Unser Tennisplatz in der Nachbarschaft

Bremen, Bleicherstraße: Unser Tennisplatz in der Nachbarschaft

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Was ist Youser Art?

5. August 2012 - 17:02 Uhr

Youser Art – Kunstwerke oder -formen, die 1) im Zusammenhang mit modernen Medientechnologien (Computer, Internet) entstehen und 2) den Rezipienten am Kreationsprozess aktiv teilnehmen lassen.


Blinkenlights Berlin Documentation Video von Tim Pritlove on Vimeo. Das Video steht unter der Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany License

Ich habe eine Kurzfassung dieses Artikels als Glossarbeitrag für die Veröffentlichung Shift im Rahmen des Bundeskongress der Kunstpädagogik 2010-2012 verfasst. Damit der Langtext nicht verschimmelt, wird er an dieser Stelle an die frische Luft gesetzt:

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Aneignung durch Semiotik: Logo trifft Trakl

3. August 2012 - 19:18 Uhr
Neulich auf meinem Seziertisch sehe ich: Das ZEITmagazin entarnt tropfenweise Batman's Logo als Kippfigur. Ungekippt bezieht sich das Cover auf das Attentat von Aurora.

Neulich auf meinem Seziertisch sehe ich: Das ZEITmagazin entarnt tropfenweise Batman’s Logo als Kippfigur. Ungekippt bezieht sich das Cover auf das Attentat von Aurora.

Im Dunkel

Es schweigt die Seele den blauen Frühling.
Unter feuchtem Abendgezweig
Sank in Schauern die Stirne den Liebenden.

O das grünende Kreuz. In dunklem Gespräch
Erkannten sich Mann und Weib.
An kahler Mauer
Wandelt in seinen Gestirnen der Einsame.

Über die mondbeglänzten Wege des Walds
Sank die Wildnis
Vergessener Jagden; Blick der Bläue
Aus verfallenen Felsen bricht.

Georg Trakl, 1915

 

Anmerkung vom 20.08.2013: Auch das Buch-Cover für Lolita von Jamie Keenan spielt mit dem Vexierbild.

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Kreativität und Aneignung

23. November 2011 - 13:29 Uhr

Rückblick Transit 4

Ehemalige Schleichwege auf den Uniwiesen in Köln, http://maps.google.com/maps?q=universit%C3%A4t+k%C3%B6ln&hl=de&ie=UTF8&ll=50.930295,6.929047&spn= 0.001207,0.002229&sll=41.549196,-72.427301&sspn=2.935169,4.564819&vpsrc=6&hq=universit%C3%A4t+k%C3%B6ln&t=h&z=19, abgerufen am 25.10.2011

Der Trampelpfad als Metapher für die Aneignung

Am 22.10.2011 hatte ich die Möglichkeit auf dem Symposium Transit4 im Fachbereich „Design“ der Fachhochschule Augsburg einen Vortrag mit dem Titel „Kreativität und Aneignung – Vom Eigensinn in einer kolonialisierten Welt“ zu halten.

Der Vortrag leitet ein mit dem Konzept des symbolischen Kannibalismus als Form einer emanzipatorischen Kulturkritik, wie sie vom brasilianischen Modernismus im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts formuliert wurde. Ursprünglich zur Gegenwehr gegen den Kolonialismus entstanden, möchte ich diese Idee zur Beschreibung einer emanzipierten Konsumentenkultur fruchtbar machen.

Der zweite Teil des Vortrags beschreibt die Art und das Ausmaß der Aneignungstendenzen, denen wir [1] ausgesetzt sind: Im Rückgriff auf Naomi Klein und Michel Serres habe ich skizziert, wie sich eine durchkommerzialisierte Kultur persönliche und gesellschaftliche Freiräume des Denkens und Handelns aneignet.

Der dritte Teil schließlich versammelt Beispiele, die belegen sollen, wie vielseitig und inspirierend, direkt und implizit gegen die herrschenden Verhältnisse protestiert wird und werden kann [2]. Oder etwas vorsichtiger ausgedrückt: Wie sich eine alternative Kultur Raum schafft, und damit Modelle liefert, wie ein Leben jenseits eines vornehmlich kommerziellen Verwertungszusammenhangs aussehen kann.

Im folgenden führe ich grundlegende Gedanken des Vortags aus. Im Anschluss folgen Anmerkungen zu einigen Folien, die – soweit Bildrechte vorhanden sind – zum Download zur Verfügung stehen.

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Thoughtless Acts – Design durch Aneignung

19. September 2011 - 12:09 Uhr
Papiertaschentücher im Küchenschrank

Hält der Schrank die Taschentücher fest? Hält die Packung die Türe zu? Provisorium? Gambiarra? Kunst?

IDEO ist eine „weltweit agierende Innovationsberatung“ und setzt dazu u. a. die Methode des „Design Thinking“ ein; damit findet man ‚innovative Lösungen‘ für ‚komplexe Probleme‘. Klingt gut soweit. Jane Fulton Suri – geschäftsführende Gesellschafterin von IDEO – hat 2005 ein interessantes Fotobuch (mit ein wenig Text) veröffentlicht, welches den Gedanken nahelegt, dass auch ‚innovative Lösungen besonders komplexer Probleme‘ mit einfachen Feststellungen beginnen. Weiterlesen »

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