Kategorie: Design


Sketchnotes als Vortragshilfe

16. Juni 2015 - 19:10 Uhr

Bei Vorträge versuche ich gar nicht mehr, wichtige Eckpunkte dessen, was ich sagen möchte, in Form von reinem Text, Stichpunkten oder ähnlichem aufzuzeichnen. Meine Erfahrung ist, dass das Lesen – besser das Entziffern – viel zu lange dauert. Was ich nicht im Kopf habe, nützt mir in reiner Schriftform auch nichts. Was jedoch helfen kann, das sind Sketchnotes. Wenn ich mir bei der Herstellung Mühe gegeben habe, dann enthalten sie gelungene Metaphern, die nicht nur einzelne Informationen kodieren, sondern Geschichten, Zusammenhänge und ganze Bündel von Fakten.

Wenn sie für mich hilfreich sind, so kann das gleichzeitig bedeuten, dass jemand anderes daraus kaum schlau wird. Ich aber sehe mir trotzdem gerne Sketchnotes von anderen an. Hier meine ‚Vortragsnotizen‘ zu „Pop will eat itself“ auf der re:publica 15: Weiterlesen »

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Was braucht der Mensch? Seminar im SS 2013 an der HFK Bremen

16. August 2013 - 17:22 Uhr
Die Bahn weiß, was wir (nicht) brauchen!

Die Bahn weiß, was wir (nicht) brauchen!

Im Sommersemester 2013 konnte ich an der Hochschule für Künste in Zusammenarbeit mit Professor Alexander Sahoo das Seminar Was braucht der Mensch? innerhalb des Studiengangs Integriertes Design realisieren. Das Seminar bestand aus einem praktischen und einem theoretischen Teil; für letzteren zeichnete ich verantwortlich.

Die Frage „Was braucht der Mensch?“ ist so interessant und wichtig wie auch allgemein. Man könnte sie einem Biologen, einem Soziologen und einem Betriebswirtschaftler genauso stellen wie einem Designer.

Meine Grundüberlegung bei der Vorbereitung des Seminars bestand darin zu fragen, inwiefern die uns umgebende Welt mit all ihren produzierten Gegenständen und vorgedachten Bedeutungen unseren Bedürfnissen entspricht, und auf welche Weise wir versuchen, das Vorgefundene an unsere Belange anzupassen und uns anzueignen.

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Ein Duchamp oder „hasard en conserve“

1. April 2013 - 13:19 Uhr
Pissoir - Bremen, Ostertorsteinweg, Bäckerei Schäfer's

Pissoir – Bremen, Ostertorsteinweg, Bäckerei Schäfer’s

Im Jahre 1913 ließ ein Mann mit dem Namen Marcel Duchamps drei exakt ein Meter lange Fäden aus exakt einem Meter Höhe auf eine Fläche fallen. Das Ergebnis war eine Revolution, eine Metrik für den Zufall: jeder Faden repräsentiert „einen Duchamps“. Seitdem ist es möglich, die so unbestimmte und uns Menschen seit jeher bedrängende und beglückende Welt des Zufalls zu vermessen; seitdem ist wissenschaftlich belegt, dass es für jedes Ereignis ein Gesetz gibt, dem genau ein Fall zugeordnet werden kann. Weiterlesen »

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Was ist ein Gambiarra?

13. September 2012 - 20:52 Uhr

Gedanken zum 1. Pipi-Langstrumpf-Gesetz

Das 1. Pipi-Langstrumpf-Gesetzes lautet: „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Das ist gar nicht so einfach, denn die Welt, in der wir leben, haben wir zum großen Teil nicht selbst eingerichtet. Nun, da sie schon einmal da ist, geht es darum, sie nach unserem Bedarf zu gestalten. Das nennen wir Aneignung.

Bremen, Bleicherstraße: Ein Cambio-Parkplatz

Bremen, Bleicherstraße: Ein Cambio-Parkplatz

In meiner Nachbarschaft gibt es einen Cambio-Parkplatz. Davor ein Bürgersteig und eine wenig befahrene Wohnstraße. Neulich sehe ich zwei Jungs, die das niedrige breite Rollgitter geschlossen haben. Der eine stellt sich mit seinem Tennisschläger auf die Parkplatzseite, der andere auf die Straßenseite und schon hatte unsere Nachbarschaft einen Tennisplatz.

Bremen, Bleicherstraße: Unser Tennisplatz in der Nachbarschaft

Bremen, Bleicherstraße: Unser Tennisplatz in der Nachbarschaft

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Aneignung durch Semiotik: Logo trifft Trakl

3. August 2012 - 19:18 Uhr
Neulich auf meinem Seziertisch sehe ich: Das ZEITmagazin entarnt tropfenweise Batman's Logo als Kippfigur. Ungekippt bezieht sich das Cover auf das Attentat von Aurora.

Neulich auf meinem Seziertisch sehe ich: Das ZEITmagazin entarnt tropfenweise Batman’s Logo als Kippfigur. Ungekippt bezieht sich das Cover auf das Attentat von Aurora.

Im Dunkel

Es schweigt die Seele den blauen Frühling.
Unter feuchtem Abendgezweig
Sank in Schauern die Stirne den Liebenden.

O das grünende Kreuz. In dunklem Gespräch
Erkannten sich Mann und Weib.
An kahler Mauer
Wandelt in seinen Gestirnen der Einsame.

Über die mondbeglänzten Wege des Walds
Sank die Wildnis
Vergessener Jagden; Blick der Bläue
Aus verfallenen Felsen bricht.

Georg Trakl, 1915

 

Anmerkung vom 20.08.2013: Auch das Buch-Cover für Lolita von Jamie Keenan spielt mit dem Vexierbild.

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Thoughtless Acts – Design durch Aneignung

19. September 2011 - 12:09 Uhr
Papiertaschentücher im Küchenschrank

Hält der Schrank die Taschentücher fest? Hält die Packung die Türe zu? Provisorium? Gambiarra? Kunst?

IDEO ist eine „weltweit agierende Innovationsberatung“ und setzt dazu u. a. die Methode des „Design Thinking“ ein; damit findet man ‚innovative Lösungen‘ für ‚komplexe Probleme‘. Klingt gut soweit. Jane Fulton Suri – geschäftsführende Gesellschafterin von IDEO – hat 2005 ein interessantes Fotobuch (mit ein wenig Text) veröffentlicht, welches den Gedanken nahelegt, dass auch ‚innovative Lösungen besonders komplexer Probleme‘ mit einfachen Feststellungen beginnen. Weiterlesen »

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